
1 Das gleiche herrliche Wetter, wie gestern und völlige Ruhe im Kampfgelände erfüllt mit Friedensgedanken. Gern würde man sich daheim fern von tückischen Gefahren der schönen Landschaft erfreuen. Ein Gang auf die Höhe hinter unserem Quartier gewährt, eine Fernsicht über die zahlreichen Waldkuppen, der Nordvogesen und die anschließenden fruchtbaren Ländereien Frankreichs. Ein Jägergrab erinnert an all die Vergänglichkeit irdischer Schönheit. Zahlreiche metertiefe Granatlöcher zeigen, die Wirkung der schweren Geschosse mit denen wir vor wenigen Tagen überschüttet wurden. Aus den uns zugegangenen Karten kranker Kameraden ersehen wir, daß diese glücklich und schnell ins heimatliche Sachsenland gelangten. Die im Aug. als Kriegsfreiw. eingetretenen Offiziersaspiranten (keineswegs Geisteshelden) schreiben, daß sie zu Leutnants befördert wurden, während ein als Vzfw. vorgeschlagener Utffz. welcher 3 Jahre aktiv ist, nichts wird, trotzdem er sehr befähigt ist und vor allem Erfahrung hat. Man kommt am besten, wenn man keine Pläne in Bezug auf Rang und Orden hegt, dann kann nichts scheitern.
- Hier hat sich Kurt im Datum um einen Monat vertan. ↩︎
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