Kurts 1662 Tage

– ein Tagebuch aus dem 1. Weltkrieg

Es gibt wieder viel Arbeit. Im Gelände Artilleriekampf. Nachmittags findet eine Gesundheitsdurchsicht durch den Oberstabsarzt, Dr. Hofmann, Batl. Arzt statt, welche bezweckt, etwaiges Vorhandensein von Kleiderläusen, festzustellen. Diese Untersuchung verdankte ihren Ursprung dem Batl. 46, wo Fälle von Kleiderläusen vorgekommen sind. Als ich am Abend im düsteren Schein des durch zerrissenes Gewölk leuchtenden Vollmondes durch die Straße ging, erhielt ich vom Fernsprechtrupp die Mitteilung, daß sich die Zahl der gefangenen Russen bei Wirballen auf 64000 erhöht hat und daß außerdem furchtbar viel Kriegsgerät und Munition in unseren Besitz kam. Aber eine weitere Freudenbotschaft erreichte uns erst im Schlafe. In der 12. Stunde weckte uns der Befehlsholer Backstein mit der erfreulichen Nachricht: „Ein deutsches Unterseeboot hat 4 Schiffe (3 engl. und 1 franz) in Grund gebohrt. Dieser
prompte Erfolg nach begonnener Blokade war großartig.

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