Kurts 1662 Tage

– ein Tagebuch aus dem 1. Weltkrieg

Ich hatte heute laut Vereinbarung als Erster aufzustehen und Feuer zu machen. Unser Feldwebel wird heute 31 Jahre, wozu ich ihm gratuliere. Die Dörfer waren mit Schnee bedeckt. Feldwebel Prießpich (im Zivil-Stadtamtmann in Dresden) rückt wieder zum Blockhausbau. Mehrere Wagen fahren Bretter und Stämme. Morgen soll es fertig sein. Am Abend spendierte der Feldwebel anläßlich seines Geburtstages ein Abendbrot und einen Krug Bier, wozu ich auch unseren Blutschke [??] aus Ebersbach mit herausholte. Wir unterhielten uns in friedlichster Weise und amüsierten uns viel über die Sprache unseres Freundes Dutschke ( er wird Edelvoller genannt wegen seines Lausitzer Dialektes). Es tauchen alte Erinnerungen auf, ist doch Dutschke gleichzeitig mit F. Winkler, als Rekrut eingetreten. Außerdem hatten wir manches gemeinsame Abenteuer seit Beginn des Kriegs. Diese oft unangenehmen Lagen werden jetzt herzlich belacht. Etwas verspätet legen wir uns heute zur Ruhe.

Eine Antwort zu „Dienstag, den 16. Februar 1915“

  1. Avatar von Carsten H.
    Carsten H.

    „Blutschke“ wird sicherlich der im nächsten Satz genannte „Dutschke“ sein, zumal es in der Lausitz ein „Ebersbach“ gibt. LG

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