
Am Vormittag war erhöhte Gefechtsbereitschaft. Die Franzosen beschossen, von Bremenil aus Petitmont. Es sollen 3 feindl. Kompagnien im Anmarsch sein. Alles glaubte, die Gegner wollten uns das Fest stören und machte sich zu keinem freundl. Empfange fertig. Es blieb aber ruhig. Um 3 wurde die erhöhte Bereitschaft aufgehoben. Wir verteilten Liebesgaben und Weihnachtspakete und hatten dabei bis 10 abends überaus viel Arbeit. Zur Feier des Tages gab es am Abend Kartoffelsalat und Grog. In allen Korporalschaften gab es weiter Lust und Freude beim Kerzenschein doch wahre Weihnachten in der Heimat sind traulicher. Nach Beendigung unserer Arbeit ging ich mit Burger zur Feldküche. Hier feierten die Köche, Kutscher, Pferdeburschen, Waffenmeister und Gehilfen, Dutsker [??] und alle Kommandierten ihr Weihnachten 1914. Der Hauptmann ging mit den Zugführern alle Quartiere durch und ermahnte an allerhöchste Alarmbereitschaft. Bei der Feldküche, war ulkige Bescherung gewesen, Sattler der in seinem Humor unverwüstliche Fleischer, hatte auf seinem Platze unterm Baume ein Holzpferdchen mit Wagen und Franz. Holzsoldaten.
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