Kurts 1662 Tage

– ein Tagebuch aus dem 1. Weltkrieg

Früh hole ich mit Burger in einen verlassenen Haus Holz dabei bittet uns ein ärmlich aussehender Mann den wir darin beim Kleider holen finden mit den Worten: „Bitte ich bin Vater 5 Kinder“ ihn nicht anzuzeigen. Ich trage einen 1 1/2 ctr schweren Sack in unser Quartier (etwa 400 m), worauf mir unwohl wird. Ich schwitzte am ganzen Körper. Es währt nicht lange, so fühle ich mich wieder munter. Die Nachricht vom Scheitern der russischen Offensive trifft ein. Offiz. Stallm. Pfeßprick [??] hat eine Zeitung mit folgendem lächerlichen Abdruck aus dem Französischen Generalstabsbericht: „Der Durchbruchsversuch bei Chatillon de Val und Cirey gelang glänzend, wir sind im Vormarsch auf Tanconville. Es gelang uns große Abteilungen deutscher Gardeinfanterie gefangen zu nehmen.“ Aus dieser Nachricht der franz. Leitung, welche ich zufällig aus eigener Erfahrung, als lächerliche Lüge kenne, schließe ich auch bei allen anderen franz. Berichten auf Lügen. Nachmittags kommen große Packete, dabei auch das von den Eltern am 26. 10. an mich abgeschickte mit Hemd, Socken, Brust und Kniewärmer, sowie 2 noch gut erhaltenen Würsten und Salmiakpastillen. Bei Lodz haben die unseren 70000 Russen gefangen und die Österreicher 29000. Außerdem ist viel Kriegsgerät, Geschütze und Maschinengewehre in unsere Hände gefallen.

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