
Früh hatten wir kaum ausgepackt und einige eilige Meldungen erledigt, als es gegen 90 morgens hieß stärkere feindl. Kolonnen sind zum Angriff angesetzt.
Vom Dache unseres Hauses sah man die feindl. Schützenlinie vorrücken. Wir packten wieder alles und brachten alles in Eile nach dem Patr. Wagen. Es war, höchste Zeit. Denn diese rückten umgehend ab nach Bertrambois. Burger fuhr mit. Ich blieb mit dem
Feldwebel im Hause des Barons von Chaken, wo Feldw. Lux sein Büro hatte. Auch der Batl. Schreiber, Uffr. Zimmermann befand sich dort.
Die Franzosen überschütteten uns mit einem noch viel schlimmeren Artilleriefeuer
als am 12. November. In unserem Hause waren zur Reserve mehrere Patronenkästen aufbewahrt, welche ich bewachen mußte. In das Gebäude schlugen, zwei Brandgranaten ohne zu zünden. Die Kanonade ging von 10-330 ununterbrochen.
Die Franzosen gaben etwa 900 Schuß wir nur 5 ab. Die feindl. Geschosse
gingen alle in die Nähe der Kirche, sie mussten auf dem Turme eine Beobachtung vermuten.
Gegen 4 ließ das Artilleriefeuer nach, dafür vernahmen wir ein unheimliches Gewehrfeuer und viele verirrte Kugeln schwirrten über den Markt. Bald kam Leuschner und holte zwei Kasten Reservepatronen ab. Gegen 6 glaubten wir, die Franzosen seien in die Stadt eingedrungen, so nahe kam das Feuer. Mit Eintritt der Dunkelheit, trat Ruhe ein.
Trotz der furchtbaren Kanonade hatten wir im Gefecht keine Verluste. Nur von
der Frühpatrouille, war mein Freund Uffz. Wolf und der ebenfalls von der 8./100 stammende Gefr. Nagel nicht zurückgekehrt. Sie hatten einen schnellen Soldatentod gefunden.
Von 3 am Angriff beteiligten französischen Panzerautomobilen wurde eins in Brand geschossen. Ich holte einige Sachen aus unserem Quartier. Die Kompagnie rückte nicht ein sie blieb im Schützengraben. Wir legten uns auf der Wache zu kurzem Schlafe nieder und rückten nachts 10 mit der Gefechtsbagage wieder nach Bertrambois. Die Feldküche hatte Essen, am Schützengraben ausgegeben.
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