Kurts 1662 Tage

– ein Tagebuch aus dem 1. Weltkrieg

Am Morgen richten wir das Zimmer für den Schreibdienst ein. Die wachfreien Leute der Komp. reinigten das Schloß von oben bis unten sodaß es wohnlich wurde. Ich ging alle Räume durch. In dem Speisesaal fand man noch die Ahnengalerie. Jedem der Vorgänger des Schloßbesitzers war die Nase eingestochen. Vom Balkon, hat man eine herrliche Fernsicht auf das Vorgelände. Mein Prokurist Baersch, von der D.B. grüßt mich mit einem Schockoladenpaket, ebenso mein Jugendfreund Heinrich Borth. Abends schlafen wir auf mit Stroh ausgefüllten Säcken. Feldw. Winkler, Burger und Dutschke unter dem Tisch, ich mit dem Kopf auf dem Tornister auf dem Tisch. Der Tornister rutschte zweimal ab, und fiel vom Tisch herunter, was uns erschreckte. Ich hatte mich mit Mantel, Zeltbahn und einer Decke, welche mir Friedrich schenkte, warm zu, denn die Nächte wurden jetzt recht kalt.

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