
50 Morgens wird das Bataillon wirklich alarmiert, und besetzt die Stellung ohne in ein Gefecht zu kommen. Der Tag verging in der jetzt gewohnten ruhigen Weise. Mir war etwas unwohl im Magen, sodaß ich den mangels ordnungsmäßiger Aborts errichteten Feldlatrinen häufige Besuche machen mußte. Im Batl. Geschäftszimmer fand eine Gerichtssitzung, wegen einem Gren. der 2. Komp. statt. Dieser hatte zahlreiche Postsendungen unterschlagen und zum Teil die gefundene Schockolade usw. verkauft. Die verhängte Strafe von 2 Monaten Gefängnis war angesicht der Gemeinheit dieses Verhaltens noch zu mild. Sein Beruf war Schutzmann. 630 abends steht die Kompagnie abmarschbereit. Der Hauptmann sieht den Patronenwagen durch und wirft unnötigen Klimbin runter. Dann geht es auf Vorposten nach Cirey. Ich ziehe mit dem Feldwebel in das am letztenmal vom Komp. Führer bewohnte Quartier. Es ist eine verlassene Wohnung mit 3 Zimmern, Küche, Vorsaal, Speisezimmer und Klosett. Im Eckzimmer, welches wir beziehen befinden sich noch die Möbel. Ein Sofa und 4 Plüschsessel bildeten eine Compo [??] Ausstattung. Ebenso ein großer Spiegelschrank. Wir fühlen uns hier recht heimisch und bedauern, daß wir nicht hier bleiben können. Unter einer vom Fahrer Höhne am Patronenwagen geliehenen Pferdedecke schlafe ich neben dem Feldwebel auf dem Bett recht gut.
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