Kurts 1662 Tage

– ein Tagebuch aus dem 1. Weltkrieg

Früh erwachte ich als erster und stellte Kaffeewasser aufs Feuer, reinigte mich durch gründliches Waschen und weckte den Feldwebel, welcher sich wieder erholt hatte. Inzwischen waren auch die anderen aufgestanden.

Nach dem Kaffeetrinken, rückten wir mit dem Packwagen, nach Tanconville, während der Lebensmittelwagen zum Fassen nach St. Georges mußte. Im ersten Hause arbeiteten wir in einem Zimmer, in welchem zwei Bilder hingen, auf denen französische
Soldaten und Offiziere, unter, dem Jubel der elsasischen Bevölkerung die deutsche Grenze überschritten. Sie führten die Bezeichnung: „Vive la France“ und, „A la Frontiére“. Bei den Schreibarbeiten wurde ich von Kamerad Hendel unterstützt, welcher die Nachlaßsachen unserer Gefallenen an deren Angehörige versandte.

Nach den von Mund zu Mund gehenden Nachrichten, sollten die Deutschen insgesamt 240000 Franzosen gefangen haben.

Am Abend durchfuhren, wir das Dorf und suchten uns in einer Scheune gegenüber
dem Forsthause Nachtlager. Als ich die Leiter hinaufstieg, brach ein Brett, so daß ich mit der Leiter auf die Pferde fiel. Glücklicherweise waren diese so ermüdet, daß sie nicht
ausschlugen, sonst konnte mir die Sache schlecht bekommenn. Nachdem ich dann glücklich oben war, verbrachte ich unter Friedrichs warmer Wolldecke eine gute Nacht zu.

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