Kurts 1662 Tage

– ein Tagebuch aus dem 1. Weltkrieg

Am Vormittag hatte die Komp. Ruhe. Mittags fanden Aufstellungen in Gewehr und Stiefeln statt. Es regnete in Strömen. In der Stadt ist großer Verkehr, wie im Frieden.
Wir sollten angeblich von hier verladen werden. Ein versprengter vom 14. Res. Korp sagte es. Diese werden verladen. Ein Extrablatt verkündet, daß die russische Provinz Suwalky unter deutsche Verwaltung gestellt wird. Nachmittags 4 marschiert das Bataillon plötzlich, ab nach Niederhof. Dort bezog ich mit dem Feldwebel und Uffz. Wolf ein Quartier. Die Leute sprachen gut deutsch, die Bewohner waren überhaupt besser auf uns zu sprechen, wie in den Vogesen in der ersten Zeit. Vielleicht trug hierzu der Umstand bei, daß hier zu begin des Feldzuges die Franzosen empfindlich geschlagen wurden. Die Deutschen eroberten im nahen La Garde, die erste Fahne. Nachdem wir uns noch einen Kaffee gekocht hatten, legten wir uns zur Ruhe. Der Feldwebel schlief im Bett. Ich mit Wolf daneben auf einer Matraze unter einer warmen Wolldecke wie sie in dieser Gegend an Stelle von Federbetten gebraucht werden.

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