Kurts 1662 Tage

– ein Tagebuch aus dem 1. Weltkrieg

Nachdem wir bis um 10 Vormittags geschlafen hatten, wurden von mittags ab alle Leute zur Kammerarbeit befohlen, galt es doch die Bestände an 1. Garnituren ausgabefertig zu machen. Bei mehreren Kompagnien wurden, die Sachen bereits gefaßt und mit Abzeichen usw. versehen, während die 2. Kompanie, welche am 1. Mobilmachungstage, als Bahnschutz an die Grenze befördert wird, vollständig eingekleidet ist. Nach der Diensttausgabe, bei welcher die Mobilmachungsvorschriften und die designierten Mannschaften, zu denen ich gehöre, nochmals verlesen werden, fahre ich nach
Hause, wo ich alles beim alten finde. Man denkt der Kriegsrummel gehe vorüber, wie all die Jahre vorher, wo es sich um Marokko, und um Balkankrisen handelte. Auf meine Mitteilung daß mich auch eine Mobilmachung, zufolge meiner Designation, noch längere Zeit in der Vaterstadt läßt, wich auch die letzte Beunruhigung, denn es konnte ja nicht plötzlich kommen, daß ich fort war ohne mich verabschieden zu können. Auf den Straßen herrschte, ein reges Leben mußten doch die zahlreichen in Dresden wohnhaften Österreicher, dem Rufe ihres Vaterlandes zur Fahne folgen.

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